Astronomie & Raumfahrt

Der Mars

Der Mars ist der vierte und siebtgrößte Planet unseres Sonnensystems. Unser Nachbarplanet bewegt sich in einer mittleren Entfernung von etwa 1,52 AE, das heißt ca. 228 Millionen Kilometer, um die Sonne und hat einen Durchmesser von 6794 km. Die durchschnittliche Temperatur auf der Marsoberfläche liegt bei etwa -23°C und ist damit um 45° geringer als jene der Erde.

In der Antike war Mars der Gott des Krieges. Der Planet hat seinen gleichlautenden Namen wohl erhalten, da er am Himmel in blutroter Farbe zu sehen ist. Interessanterweise war Mars ursprünglich der römische Gott der Bauern und Ackerwirtschaft, bevor er mit dem griechischen Kriegsgott Ares gleichgesetzt wurde.

Der Mars wurde zum ersten Mal 1965 von der Raumsonde Mariner 4 besucht: am 24. Juli 1965 überflog sie als erstes menschliches Raumfahrzeug unseren Nachbarplaneten und sendete insgesamt 22 Fernsehaufnahmen von der Oberfläche des Planeten.

Zuvor waren die beiden ersten Marsmissionen Mars 1 und Mariner 3 erfolglos gescheitert. Es folgten noch zahlreiche andere Marsmissionen. Von diesen waren sicher die Landungen von Viking 1 und Viking 2 im Jahre 1976 die bekanntesten. Diese beiden Sonden hatten die Aufgabe, die Marsatmosphäre zu untersuchen und Bilder von der Oberfläche aufzunehmen. Ihre Landestufen analysierten die Geologie und die Chemie des Bodens und suchten nach eventuell vorhandenen Spuren früheren Lebens.

Vor kurzem hat der Mars erneut Besuch bekommen. Am 4. Juli 1997 landete die amerikanische Raumsonde Pathfinder auf dem Mars. Sie und das kleine Roboterfahrzeug Sojourner, welches mit an Bord war, sendeten zahlreiche faszinierende Bilder von der Marsoberfläche, analysierten die Zusammensetzung des Mars-Gesteins und lieferten auch zahlreiche Wetterdaten.

Seit dem 12. September 1997 befindet sich die Sonde Mars Global Surveyor in der Umlaufbahn des roten Planeten. Sie hat u.a. die Aufgabe, die Oberfläche zu kartografieren, was auch als Grundlage für eine mögliche bemannte Mission zum Mars dient.

Die Umlaufbahn des Mars um die Sonne ist ausgesprochen elliptisch. Eine Auswirkung davon sind allgemeine Temperatur-Unterschiede von bis zu 30° zwischen dem sonnennächsten und sonnenfernsten Punkt seiner Umlaufbahn. Insgesamt haben die gelandeten Viking-Sonden Temperaturen im Bereich von -120°C bis hin zu 22°C registriert.
Neuste Beobachtungen u.a. mit dem Hubble Space Teleskop haben allerdings ergeben, daß die Bedingungen in der Mars-Atmosphäre damals nicht unbedingt typisch gewesen zu sein scheinen. Heute scheint die Atmosphäre sowohl kälter als auch trockener zu sein, als damals gemesen.

Obwohl der Mars viel kleiner als die Erde ist, entspricht seine Oberfläche etwa der Landoberfläche der Erde. Auf dieser finden sich zahlreiche interessante geologische Formationen, z.B. Olympus Mons, der mit 24km höchste Berg in unserem Sonnensystem, oder Valles Marineris, ein Schluchtensystem von 4000km Länge und einer Tiefe von 2 bis 7 Kilometer, oder Hellas Planitia, einen Einschlagskrater auf der Südhälfte des Planeten mit einem Durchmesser von 2000km und 6km Tiefe.

Es gibt an vielen Stellen des Mars klare Anzeichen für Erosion, wie z.B. Schluchten oder Deltas. Es scheint sicher zu sein, daß es irgendwann in der Vergangenheit Wasser auf dem Mars gab. Es könnte dort riesige Seen oder sogar Ozeane gegeben haben. Aber dies war wohl nur ein kurzer Zeitabschnitt in der Geschichte des Mars und dieser liegt weit in der Vergangenheit: das Alter der ausgetrockneten Flußbette wird auf etwa 4 Milliarden Jahre geschätzt.
An den Polen des Mars befindet sich eine permanente Eisschicht, die hauptsächlich aus gefrorenem Kohlendioxid ("Trockeneis") besteht. Im Sommer der nördlichen Hemisphäre löst sich am Nordpol die dortige CO2-Eisschicht vollständig auf. Darunter erscheint eine Eisschicht aus gefrorenem Wasser. Ob sich unter dem Mars-Südpol ebenfalls Wasser befindet, ist unbekannt. Das dortige Trockeneis löst sich nie vollständig auf.

Mars besitzt nur eine sehr dünne Atmosphäre, die hauptsächlich aus Kohlendioxid (95,3%), Stickstoff (2,7%), Argon (1,6%) und Spuren von Sauerstoff (0,15%) und Wasser (0,03%) besteht. Der durchschnittliche Atmosphärendruck liegt bei etwa 7 Millibar, was weniger als 1% dessen der Erde ist. In den verschiedenen Höhenlagen variiert der Druck von etwa 9 Millibar am Boden der tiefsten Krater bis etwa 1 Millibar auf der Spitze des Olympus Mons. Aber die Atmosphäre ist dick genug, daß in ihr immer wieder schwere Stürme und starke Winde entstehen können, wodurch der ganze Planet manchmal monatelang von aufgewirbeltem Staub verhüllt wird.

Durch den Fund eines Mars-Meteoriten in der Antarktis ist unser Nachbar wieder verstärkt in das Blickfeld der Öffentlichkeit und der Wissenschaft geraten. Wissenschaftler entdeckten scheinbare Spuren von Bakterien -also von Leben- innerhalb des Meteoriten. Dies könnte bedeuten, daß auf dem Mars einmal lebendige Organismen vorhanden waren oder vielleicht sogar noch sind. Wer jetzt aber an kleine grüne Männchen denkt, der wird enttäuscht werden. Es ist mehr als unwahrscheinlich, daß auf dem Mars jemals Leben höherer Form exisitierte. Lediglich einigen spezialisierten Bakterien und Kleinstlebewesen, vielleicht auch z.B. Algen dürfte es möglich gewesen sein -wenn überhaupt-, auf diesem unwirtlichen Planeten zu überleben.

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