Astronomie & Raumfahrt

Der Mond

Der Erdmond ist der der Erde weitaus nächste aller Himmelskörper. Er ist der einzige natürliche Satellit unseres Planeten und umkreist diesen in einem Abstand von etwa 384.400 km. Da die Rotationsdauer genau gleich seiner Umlaufszeit um die Erde ist, kehrt er dieser immer die gleiche Seite zu (gebundene Rotation). Der Mond besitzt praktisch keine Atmosphäre: dies erlaubt einen ungehinderten Blick auf seine Oberfläche; es existieren große Temperaturgegensätze zwischen Licht und Schatten, zwischen Tag- und Nachtseite (etwa +120° Celsius bis -130° Celsius).

Der Mond ist den Menschen schon seit frühsten Zeiten bekannt; die Römer nannten ihn Luna, die Griechen Selene und Artemis. Als zweitgrößtes Objekt am Himmel (nach der Sonne) ist es nicht weiter verwunderlich, daß er auch in anderen Kulturen eine große mythologische Bedeutung hatte.

Luna ist der einzige Himmelskörper, der bisher von Menschen betreten wurde. Die Geschichte der Monderforschung mit Hilfe der Raumfahrttechnologie begann im Jahre 1959, als die sowjetische Raumsonde Luna 2 den Mond besuchte und umkreiste. Die erste unbemannte Mondlandung gelang der sowjetischen Sonde Luna 9 im Jahre 1966, die erste bemannte Mondlandung war am 20. Juli 1969, die bis heute letzte im Dezember 1972. Im Sommer 1994 wurde der Mond intensiv von der Raumsonde Clementine kartographiert.

Die Gravitationskräfte zwischen dem Mond und der Erde sind Ursache für einige interessante Effekte, wobei der bekannteste sicher die Gezeiten, sprich Ebbe und Flut ist. Auf der mondabgewandten Seite der Erde ist hierbei der Einfluß der Mondgravitation schwächer als auf der dem Mond zugewandten.

Die Mondformationen auf der Oberfläche haben zum größten Teil keine Entsprechung auf der Erde, obwohl sie mit aus der Geographie entliehenen Begriffen bezeichnet werden. Die sogenannten Meere (Mare) sind in Wahrheit, da es auf dem Mond kein Wasser gibt, Hochebenen, die nur vereinzelt von Erhebungen unterbrochen werden. Auch die Krater und Wallebenen des Mondes gibt es in dieser Form auf unserer Erde nicht. Noch am ehesten mit irdischen Formationen vergleichbar sind die Mondgebirge (bestehend aus langgestreckten Gebirgsketten), die man nach irdischen Gebirgen benannte.

Weiterhin sind typisch die Mondrillen mit einer Länge von bis zu 500 km (Kraterketten), sowie die Strahlsysteme, die von einzelnen Ringgebirgen ausgehen und Längen bis 1800 km erreichen.

Die Mondoberfläche besteht aus verteilten Gesteinsbruchstücken, deren Größe von der eines Staubkornes bis hin zur Größe von Felsbrocken mit rund 1 Meter Durchmesser reichen; an ihnen zeigen sich millimetergroße Aufschlagstellen von Mikrometeoriten. Die gefundenen Minerale sind (bis auf 3 unbekannte) auch von der Erdoberfläche her bekannt. Von Mikrometeoriten aufgeschmolzenes Gestein ist in Form von Glasperlen im Mondstaub nachweisbar. Die meisten Gesteine auf der Mondoberfläche sind schätzungsweise zwischen 3 und 4,6 Milliarden Jahre alt. Damit stammen sie aus der frühen Entstehungszeit unseres Sonnensystems und können uns viele Informationen über die Vergangenheit liefern, da auf der Erde gefundenes Gestein seltenst älter als 3 Milliarden Jahre ist.

Eine eingehende Erforschung der Mondoberfläche wurde durch die Mondlandungen im Rahmen des "Apollo-Programms" möglich. Insgesamt 382 kg Mondgestein wurden dabei mit zurück zur Erde gebracht. Aus diesen Missionen stammt auch das meiste Wissen über unseren Trabanten. Noch heute -über 20 Jahre nach der ersten Mondlandung- sind Wissenschaftler damit beschäftigt, die damals gewonnenen Daten auszuwerten....

Während die Erde sich um die Sonne bewegt, umkreist der Mond die Erde. Für eine komplette Umkreisung benötigt er 28 Tage, den sogenannten Mondmonat. Bei dieser Bewegung wird der Mond je nach Position von der Sonne verschieden beleuchtet. Bei Neumond liegt der Mond zwischen Erde und Sonne und dreht uns seine dunkle Seite zu. Dahingegen erscheint er als Vollmond, wenn er zur Gänze von den Sonnenstrahlen erhellt wird. In der Zeit zwischen Neumond und Vollmond wird der Mond zunehmend mehr beleuchtet, die Mondsichel "wächst". Nach dem Vollmond reduziert sich der sichtbare Teil wieder auf eine Sichel, die allmählich dünner wird und dann bei Neumond wieder ganz verschwunden ist.

Der Ablauf der Mondphasen erfolgt in einem Zyklus von 19 Jahren (metonischer Zyklus), nach dessen Ablauf die Mondphasen wieder auf die gleichen Tage des Sonnenjahres fallen.

Links

Impressum